eingetragen am Samstag, den 9. Juni 2007 um 23:53 Uhr
Noch bevor Markus und ich nach Philadelphia kamen, war uns bewusst, dass das Sarnelli House hier, wo es momentan ist, nicht bleiben wird. Ein Umzug war eingeplant und von allen als Teil der Arbeit hier akzeptiert. Auch als Father Kevin ankündigte, dass wir das neue Haus, sobald wir es denn haben, vor dem Einzug wohl noch renovieren müssen, hat niemand etwas Böses geahnt. Wir dachten mehr an tapezieren, Wände streichen, vielleicht ein paar Steckdosen verlegen, Deckenlampen anbringen, das Feueralarmsystem einrichten, Schlösser austauschen und Klimaanlagen einbauen. Hätten wir wohl gerne so gehabt.
An das neues Haus muss man tatsächlich mit Zukunftsvisionen heran gehen, sonst ist es einfach nur zum Verzweifeln. Arbeitsmaterialien sind nicht etwa Pinsel, Kleister und Schraubenzieher, sondern Vorschlaghammer, Spitzhacke, Brecheisen, Staubmaske und Sicherheitsbrille. Es werden Löcher gebuddelt, Wände herausgerissen, Zimmerdecken heruntergerissen, Kabel rausgerissen, Rohre durchtrennt, Wände zementiert und verputzt, Sand geschaufelt, Beton oder Mörtel angerührt, Gussschablonen gesägt und verschraubt und ein Container nach dem nächsten gefüllt und zwischendurch auch immer mal wieder Obdachlose mit Essen versorgt oder ihnen die Möglichkeit zum Duschen gegeben, das Übliche halt. Kurzum: Freizeit ist im Grund nicht mehr vorhanden, vor allem nicht, wenn man bedenkt, dass wir am 30. Juni aus dem alten Sarnelli House raus sein müssen.
Dafür hat man vom Dach des neuen Hauses aber einen phänomenalen Blick auf die Skyline von Philly, so was hat nicht jedes Haus.
» Zur Bildergalerie: Das neue Sarnelli House
An das neues Haus muss man tatsächlich mit Zukunftsvisionen heran gehen, sonst ist es einfach nur zum Verzweifeln. Arbeitsmaterialien sind nicht etwa Pinsel, Kleister und Schraubenzieher, sondern Vorschlaghammer, Spitzhacke, Brecheisen, Staubmaske und Sicherheitsbrille. Es werden Löcher gebuddelt, Wände herausgerissen, Zimmerdecken heruntergerissen, Kabel rausgerissen, Rohre durchtrennt, Wände zementiert und verputzt, Sand geschaufelt, Beton oder Mörtel angerührt, Gussschablonen gesägt und verschraubt und ein Container nach dem nächsten gefüllt und zwischendurch auch immer mal wieder Obdachlose mit Essen versorgt oder ihnen die Möglichkeit zum Duschen gegeben, das Übliche halt. Kurzum: Freizeit ist im Grund nicht mehr vorhanden, vor allem nicht, wenn man bedenkt, dass wir am 30. Juni aus dem alten Sarnelli House raus sein müssen.
Dafür hat man vom Dach des neuen Hauses aber einen phänomenalen Blick auf die Skyline von Philly, so was hat nicht jedes Haus.
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Samstag nachmittag ca. 3:30 Uhr: Denrick, Ex-Sarnelli House-Volunteer, verlässt mit in die Luft gestreckter Faust und frisch angetrauter Lori im anderen Arm die Kirche. Ein Paar, das unterschiedlicher nicht sein könnte, aber trotzdem super zusammen passt.
Mittwoch waren es (mindestens) 22°C im Schatten, Donnerstag begann es zu regnen und Freitag dann zu schneien und ausgerechnet Freitag wollte ich zu meinem zweiten Test für meine Pilotenausbildung nach Deutschland fliegen. Ein Check auf der Homepage des Flughafen Philadelphias zeigte mir an, dass mindestens die Hälfte aller Flüge gestrichen wurden, aber meinen Flug habe ich nicht gefunden bevor die Seite dann zusammenbrach. Also musste ich da auch noch anrufen und mich erkundigen. "On Time" hieß es am Telefon und später auch beim Check-In. Doch irgendwie muss US Airways entfernt mit der Deutschen Bahn verwandt sein. Mein Flug wurde jede halbe Stunde noch ein bisschen weiter nach hinten geschoben. Erst konnte man das Flugzeug im Eisregen nicht enteisen, dann hätten wir wegen des bescheidenen Wetters keine Starterlaubnis bekommen und dann mussten wir auch mal wieder die Besatzung wechseln. Nach acht Stunden Wartezeit am Terminal durften wir dann endlich ins Flugzeug. Dann sind wir langsam zum Enteisen gerollt, haben uns gut enteisen lassen und sind dann mit insgesamt 11 Stunden Verspätung abgehoben. Die Tatsache, dass wir dann Dank des momentan günstigen Jetstreams weniger als sieben Stunden gebraucht haben, macht es allerdings auch nicht wirklich besser. Aber immerhin bin ich jetzt hier.
Thorsten ist ja nicht nur zum Arbeiten und Besuchen hier, sondern möchte ja auch mal Tourist spielen, und da Philly ja direkt zwischen Amerikas Metropolen NY und DC liegt, standen diese auch auf dem Besichtigungsplan. Die beiden Schori-Brüder machten sich also Freitagmorgen mittels Chinabus auf nach DC, schauten sich kurz um und fuhren abends wieder mit dem Chinabus nach Whitestone. Ich hingegen habe den Freitag damit verbracht, 150 Newsletter zu falten, zu tackern und diese dann mit Kevin bei unserem Lieblingschinesen (Ho Sai Gai) zu adressieren, mit Briefmarken zu versehen und abends dann mit zwei Temple-Studenten auf Outreach zu gehen.
Da jetzt nichts mehr anstand, was ich nicht ohnehin schon gesehen hatte, habe ich mich zurück nach Whitestone gemacht, während Markus und Thorsten shoppen gegangen sind. Von Whitestone habe ich mich dann nach Bethpage aufgemacht und "meine" Lifeteengruppe (es waren alle da, bis auf Trish) in deren Jugendmesse besucht.
Es kommt vielleicht etwas spät, da der Winter hier schon etwas länger sein Unwesen treibt, aber erst letzten Dienstag fing es so richtig an zu schneien und das hatte zur Folge, dass meine Arbeit bei
Mit jeden Tag werden wir weiter von der Außenwelt abgeschnitten, wobei "abgeschnitten" sich aus zu
Markus und ich haben es mal wieder ins Wachovia Center geschafft, der Spielstätte von den Flyers und den Sixers, diesmal aber für ein Sixers-Spiel. Aus dem angekündigten Duell zwischen Allen Iverson und Dirk Nowitzki ist es ja dann nichts geworden, da A.I. mitten in der Saison nach ziemlichem Stress mit dem Management nach Denver gewechselt ist. Also sind wir nur gekommen um uns Nowitzki anzusehen ... und mit uns noch so um die 4000 andere Deutsche. Kaum zu glauben. Wo auch immer man hinging, hörte man deutsche Stimmen. Einige sind sogar ca. eineinhalb Stunden mit dem Auto aus Delaware angefahren, nur um The German Wunderkind zu sehen.
Wenn ehemalige LaSalle-Schüler die Wände hochgehen vor Begeisterung, wenn der Donnerstag mittwochs beginnt und Kevin nicht mehr in Pfund Fleisch sondern in Schweinen rechnet, dann ist "Rib Night" im Sarnelli House.