Kategorie: Arbeit
Herzlichen Glückwunsch
eingetragen am Freitag, den 31. Oktober 2008 um 14:51 Uhr
The power of caffeine
eingetragen am Dienstag, den 6. November 2007 um 17:51 Uhr
„Montagmorgen, 8 Uhr 10, und die Woche nimmt kein Ende!“, so beschrieb ein guter Freund von mir das Phänomen des Montags. Mein Leben hat sich ein klein wenig verändert. Mein Montag beginnt nicht mehr gemütlich um 8:10 Uhr, sondern etwas radikaler und ungemütlicher. 5:45 Uhr, es klingelt der Wecker. Er reißt mich aus dem tiefsten Tiefschlaf. Meine Güte, weiß mein Wecker denn nicht, dass ich ein „Abendmensch“ bin, das hab ich doch im Vorfeld meines Studiums in einem Workshop herausgefunden. Was soll’s, er wird es nicht einsehen und schaltet gleich darauf den Turbo ein, so dass ich alleine durch die Schallwellen des Dauergepiepes durch mein Bett geschleudert werde. Es entsteht nun ein kleiner, aber intensiver Kampf, der stets damit endet, dass mein Wecker an der gegenüberliegenden Wand in seine Bestandteile zerfällt, beschleunigt durch eine Kraft, die ich mir gar nicht zugetraut hätte, vor allem nicht in diesem Zustand. Also steh ich mal auf, es hilft ja alles nichts. Langsam den Oberkörper aufrichten, Füße aus dem Bett nehmen, den rechten Fuß in den linken Schlappen setzen, den linken demzufolge in den rechten. Irgendwas stimmt hier nicht. Ach so, ich hab den rechten Schlappen links angezogen, dann muss ich den also mal schnell auf den rechten Fuß ziehen. Bewaffnet mit zwei Schlappen am rechten Fuß und keinem am linken stolpere ich langsam, aber bestimmt ins Badezimmer. Die Helligkeit ist überwältigend. Ich schlurfe auf meinen eigentlichen Wecker zu, den Spiegel. Ein Blick hinein, ich erschrecke mich zu Tode und bin gleich darauf hellwach. Erster Gedanke: Wer zerzaust mir eigentlich nachts immer so meine Haare? Das einzige andere Lebewesen, das ich sehen kann, ist Bugs Bunny auf meinem T-Shirt. Zeitsprung: 15:00 Uhr. Sieben Stunden harte Mechanikerarbeit liegen hinter mir, drei Stunden prüfungsvorbereitender Fachkundeunterricht liegen noch vor mir. Lehrer: Der gute Herr Heyer. Er kann ja fast nix dafür, aber der Name ist Programm, egal ob ich Heia mache oder einfach nur schlafen gehe, der Unterricht lässt Sehnsüchte an meinen guten alten Wecker entstehen. Hätte ich ihn nur nicht in die ungewollte Symbiose mit Wand und Fußboden geführt. Langsam, aber sicher erscheinen auf den Tischen Thermoskannen und Redbull, in der Pause wird der Kaffeeautomat geplündert und die Schachtel Pocket-Coffee geht durch die Reihen. 18 Uhr: Endlich Feierabend. Wir kamen im Dunkeln, wir gehen im Dunkeln, Herbst ist echt was für Depressive. Jetzt geht der Spaß eigentlich aber erst richtig los. Ich lasse mich bis zum Hauptbahnhof mitnehmen, hetze zur Straßenbahn und fahre nach Hause. Dort angekommen bleibt mir eigentlich auch keine Zeit, noch nicht einmal zum Umziehen. Ich packe nur schnell meine Fechttasche und begebe mich in Arbeitskleidung zum Sport. Wenn ich dann um halb zehn endlich fertig und wieder zuhause bin, möchte ich eigentlich nur noch schlafen gehen. Aber da ist noch so ein Chaos auf meinem Fußboden. Kleine Zahnrädchen und Federn, Plastik, Batterien und LCD-Display schreien förmlich danach, wieder zusammengesetzt zu werden. Ich mach es, obwohl es eigentlich sinnlos ist, morgen fliegt das blöde Teil wieder gegen die Wand!
Krefeld
eingetragen am Donnerstag, den 18. Oktober 2007 um 17:20 Uhr
„Wer kennt das noch nicht? Nun zeigen Sie schon auf! Ich kenn Ihre Namen sowieso nicht. Ich rufe auch nicht Ihre Eltern an.“ (Prof. Dr. rer. nat. habil Karlheinz Schüffler, 18.10.07) Da bin ich also wieder, lange hat man von mir nichts mehr gehört. Das lag wohl zum Einen daran, dass ich seit Anfang Juli zwischen zwei Kontinenten, drei Staaten, vielen Küsten und noch mehr Städten hin- und hergejettet bin. Von Philadelphia über San Diego, San Francisco, wieder Philadelphia und Frankfurt nach Bornheim. Von da aus über Weeze und Shannon nach Cork und wieder zurück und danach über Düsseldorf und Dublin nach Limerick und wieder zurück. Und jetzt bin ich in Krefeld ...
Krefeld, eine Stadt, deren Schönheit allein durch meine bloße Anwesenheit verdoppelt wird. Und jetzt mal ehrlich (trotz aller Arroganz meinerseits): das will schon was heißen. Eine Stadt etwas kleiner als Bonn, die als touristisches Highlight eine schwer verdreckte Statue eines Seidenwebermeisters aus längst vergangener Zeit vorzuweisen hat. Eine Stadt, in der man sich (gerade als Student) wunderbar das Biertrinken abgewöhnen kann, da der Geruch von halbfertiger Biermaische über der gesamten Hochschule liegt. Eine Stadt, bei der schon abends um sechs Uhr die Bürgersteige hochgeklappt werden. Aber was soll das ganze Geläster? Krefeld, eine Stadt, die meine neue Heimat ist – zumindest für die nächsten vier Jahre. „Psst! Hat der gerade ‚Krefeld’ und ‚Heimat’ in einem Satz benutzt? Wer studiert denn freiwillig in Krefeld?“ – Naja, so ganz freiwillig bin ich ja auch nicht hier. Eine kleine unbedeutende Firma namens SIEMENS hat mich mehr oder weniger dazu verdonnert. Aber die dürfen das auch. Schließlich mache ich ja auch noch eine Ausbildung da und die bezahlen mich fürs Studieren. Also, ich will ja mal nicht meckern. Ich hab einen Studienplatz, ich hab einen Ausbildungsplatz, ich bekomme monatlich Geld und ich mache endlich wieder vernünftig Sport.
Bilder sagen mehr als 1000 Worte
eingetragen am Samstag, den 9. Juni 2007 um 23:53 Uhr
Noch bevor Markus und ich nach Philadelphia kamen, war uns bewusst, dass das Sarnelli House hier, wo es momentan ist, nicht bleiben wird. Ein Umzug war eingeplant und von allen als Teil der Arbeit hier akzeptiert. Auch als Father Kevin ankündigte, dass wir das neue Haus, sobald wir es denn haben, vor dem Einzug wohl noch renovieren müssen, hat niemand etwas Böses geahnt. Wir dachten mehr an tapezieren, Wände streichen, vielleicht ein paar Steckdosen verlegen, Deckenlampen anbringen, das Feueralarmsystem einrichten, Schlösser austauschen und Klimaanlagen einbauen. Hätten wir wohl gerne so gehabt. An das neues Haus muss man tatsächlich mit Zukunftsvisionen heran gehen, sonst ist es einfach nur zum Verzweifeln. Arbeitsmaterialien sind nicht etwa Pinsel, Kleister und Schraubenzieher, sondern Vorschlaghammer, Spitzhacke, Brecheisen, Staubmaske und Sicherheitsbrille. Es werden Löcher gebuddelt, Wände herausgerissen, Zimmerdecken heruntergerissen, Kabel rausgerissen, Rohre durchtrennt, Wände zementiert und verputzt, Sand geschaufelt, Beton oder Mörtel angerührt, Gussschablonen gesägt und verschraubt und ein Container nach dem nächsten gefüllt und zwischendurch auch immer mal wieder Obdachlose mit Essen versorgt oder ihnen die Möglichkeit zum Duschen gegeben, das Übliche halt. Kurzum: Freizeit ist im Grund nicht mehr vorhanden, vor allem nicht, wenn man bedenkt, dass wir am 30. Juni aus dem alten Sarnelli House raus sein müssen. Dafür hat man vom Dach des neuen Hauses aber einen phänomenalen Blick auf die Skyline von Philly, so was hat nicht jedes Haus.
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Turbulente Wochen im Sarnelli House
eingetragen am Dienstag, den 6. März 2007 um 23:06 Uhr
150 Newsletter, 15 College-Studenten, 12(+1) Highschool-Schüler, 10 U-Bahn-Linien, 4 Autos, 4 Mapquest-Ausdrucke, 4 verschiedene Heizungsunternehmen, 3 Priester, 2 Buslinien, 2 asiatische Kellnerinnen, 2 Minuten Basketball, Markus, Thorsten, Sonja, eine Dame aus Bronze, ich und nur 1 Handy.
Es ist immernoch saukalt in Philadelphia. Heute morgen waren es -8°C Außentemperatur und die durchschnittliche Innentemperatur liegt auch nur knapp über dem Gefrierpunkt. Wenn uns hier das Blut in den Adern gefriert, dann mit Sicherheit nicht aus Angst, sondern schlicht und ergreifend wegen der Kälte. Aber das nur so nebenbei, mit den letzten Wochen hat das nix zu tun.
Vor zwei Wochen hatten wir Besuch von Sonja, einer Freiwilligen von letztem Jahr und einer Jugendgruppe aus Bethpage auf Long Island in New York unter der Leitung von Danielle und Father Paul, dem Direktor des Priesterseminares der Redemptoristen in Whitestone (NY) und gutem Freund von Kevin. In der gleichen Woche kam auch Markus' Bruder Thorsten zu Besuch. Und nachdem wir dann freitags Sonja, samstags die Lifeteengruppe verabschiedetet haben und das Wochenende mehr oder weniger unspektakulär verbrachten, ergab sich für das nächste Wochenende folgender Schlachtplan:
Thorsten ist ja nicht nur zum Arbeiten und Besuchen hier, sondern möchte ja auch mal Tourist spielen, und da Philly ja direkt zwischen Amerikas Metropolen NY und DC liegt, standen diese auch auf dem Besichtigungsplan. Die beiden Schori-Brüder machten sich also Freitagmorgen mittels Chinabus auf nach DC, schauten sich kurz um und fuhren abends wieder mit dem Chinabus nach Whitestone. Ich hingegen habe den Freitag damit verbracht, 150 Newsletter zu falten, zu tackern und diese dann mit Kevin bei unserem Lieblingschinesen (Ho Sai Gai) zu adressieren, mit Briefmarken zu versehen und abends dann mit zwei Temple-Studenten auf Outreach zu gehen. Samstag morgen tourten Markus und Thorsten quer durch Manhatten, während ich mit den saubersten unserer Vans und 6 Temple-Studenten geschnappt habe und dann in einer Kolonne von vier Wagen unter der Leitung von Father Shaun in die Bronx gefahren bin. Eigentlich sollte ich sie da nur für ein Retreat absetzen, bin aber dann doch noch geblieben, um mit ihnen zu einem College-Basketballspiel zu gehen. Leider hatte Father Shaun falsche Infos zur Anpfiffszeit und wir haben auch einen Bus verpasst, so dass wir noch rechtzeitig für die letzten beiden Minuten ankamen. Temple hat (natürlich) verloren. Später habe ich mich dann mit Markus und Thorsten am Times Square getroffen, was an sich ja schon eine Meisterleistung ist; man bedenke, wir hatten nur ein Handy. Sonntag war Freiheitsstatue geplant und reserviert und nachdem die Fähre uns vier Stunden später wieder auf dem Festland rausgelassen hat, waren unsere Finger schon wieder tot vor lauter Wind und Kälte. Da jetzt nichts mehr anstand, was ich nicht ohnehin schon gesehen hatte, habe ich mich zurück nach Whitestone gemacht, während Markus und Thorsten shoppen gegangen sind. Von Whitestone habe ich mich dann nach Bethpage aufgemacht und "meine" Lifeteengruppe (es waren alle da, bis auf Trish) in deren Jugendmesse besucht. Tja, und Montagmorgen ging es dann wieder zurück an die Arbeit. Für alle, die mir nicht folgen konnten, ich habe euch mal eine Zeichnung gemacht.
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Schwein gehabt
eingetragen am Sonntag, den 4. Februar 2007 um 03:44 Uhr
... und die Betonung liegt ganz klar auf "gehabt".
Wenn ehemalige LaSalle-Schüler die Wände hochgehen vor Begeisterung, wenn der Donnerstag mittwochs beginnt und Kevin nicht mehr in Pfund Fleisch sondern in Schweinen rechnet, dann ist "Rib Night" im Sarnelli House. Traditionsgemäß ist eine solche Rib Night eine Doktorarbeit für sich, die wie schon gesagt, nicht erst Donnerstag morgen beginnt, sondern sich schon über den ganzen Mittwochnachmittag hinzieht. Kleine Rechenaufgabe nebenbei: Zwei Volunteers gehen beim Metzger fünf Kisten Schweinerippen kaufen. In jeder Kiste sind zwei oder drei Pakete Rippen und in jedem Paket sind drei bis vier ganze Rippen. Wie viele Rippen sind das dann? Genau! 43, oder wie Kevin sagt 21 einhalb Schweine, die wir im Sinne der Redemptoristen für die Obdachlosen geopfert haben. Aber die Arbeit ist folgende: 43 Rippen müssen gewaschen und in handliche Stücke geschnitten bzw. gehackt oder gesägt werden. Dann werden die Stücke fünf Minuten vorgekocht und dann 25 Minuten im Hauptkochgang würzig gekocht. Die fertig gewürzten Rippchen werden dann massiert, und wenn ich massiert sage, mein ich das auch. Die Rippchen werden nämlich genauso liebevoll und zärtlich behandelt, als würden sie noch leben. Massieren gedeutet in diesem Fall marinieren, was Markus' und meine Aufgabe war. Rippe in die gute Jack Daniels-Barbequesauce (mit gut Schuss) eintauchen, rausziehen, gut verstreichen und ab in eine Aluminiumschale. Die volle Schale mit Zwiebeln bestreuen und zum Durchziehen über Nacht in den Kühlschrank. Donnerstag wurden dann erstmal alle Nebengerichte vorbereitet und die (10) Schalen aus dem Kühlschrank geholt, um sie auf Raumtemperatur zu bringen. Dann für gute 15 Minuten in den Ofen damit und dann nach draußen in die Kälte auf den Grill. Und auch auf dem Grill macht jede Rippe noch eine lange Prozedur durch; diese ist aber von Mensch zu Mensch unterschiedlich und nicht genormt, daher kann ich sie auch nicht beschreiben. Nach fünf Stunden in der Kälte sind alle Rippchen gegrillt und das Essen kann losgehen.
Es waren übrigens die besten Rippchen, die ich jemals irgendwo gegessen habe. Das kann natürlich auch daran liegen, dass ich mich an andere Male nicht erinnern kann.
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Pinkeln und Polizei
eingetragen am Sonntag, den 28. Januar 2007 um 06:36 Uhr
Father Kevin ist nun 50 Jahre alt, das Sarnelli House existiert seit knapp zehn Jahren und Essen, Getränke und Decken werden Freitag abends seit ungefähr acht Jahren herumgefahren und ausgeteilt, aber folgendes ist wohl noch keinem von uns passiert. Man kennt das ja auch so Filmen wie L.A. Crash oder Bad Boys und sogar das US-amerikanische Time Magazine schreibt darüber. Auf amerikanischen Straßen wimmelt es nur so von aggressiven und gestressten Polizisten. Leider mussten wir letzten Freitag erleben, dass das (zumindest zum Teil) tatsächlich der Wahrheit entspricht. Seit Mittwoch hatten wir eine Gruppe Highschool-Schüler aus Maryland zu Gast, mit denen wir dann Freitag abend auf Street Outreach gegangen sind. Kevin, Markus und ein paar Schüler in unserem Van voran, die Lehrer, meine Wenigkeit und der Rest im Gruppenvan hinterher. An unserem zweiten Stopp, einer U-Bahn-Station in einer schlecht beleuchteten, heruntergekommenen Straße in Kensington, musste Father Kevin mal kurz austreten und ist daher auf ein anliegendes dunkles Grundstück gegangen, auf das keine Fenster zeigen und in dem man von der Straße aus nicht gesehen werden kann. Noch im Van sitzend und das Vorbereiten und Austeilen der Sandwiches überwachend sah ich Kevin dort hingehen und dachte zuerst, er hätte jemanden dort liegen sehen und wolle ihn nur auf uns aufmerksam machen. Eine knappe Minute später schaue ich wieder da hin und sehe nur noch wie zwei Polizisten Kevin mit ziemlich brutaler Gewalt gegen ihr Auto schmissen und anfingen auf ihn einzureden. Außer mir hat es noch der Lehrer der Gruppe, der neben mir auf dem Fahrersitz saß, gesehen, aber sonst hat es überhaupt keiner wahrgenommen. Mit einem lauten "Wow, is this Kevin???" bin ich also raus aus dem Van um mich beim Markus zu vergewissern, dass es wirklich Kevin ist, der dort am Polizeiauto steht. Nach elend langen fünf Minuten haben die Cops Kevin dann gehen lassen, natürlich nicht ohne ihn vorher noch mit "DU bist ein katholischer Priester?" und "Du ekelst mich an" zu beleidigen. Pech nur, dass der Kevin die Nummer des Polizeiautos aufgeschrieben hat, Anwälte in Bekannten- und Verwandtenkreis hat, mit Paul Giordano einen einflussreichen Mann in Philly kennt und außerdem noch ehemalige Polizisten und den Chef der zuständigen Polizeistation kennt. Mal sehen, was das noch für ein Nachspiel haben wird.
Burn Kitchen, Burn!
eingetragen am Freitag, den 3. November 2006 um 22:18 Uhr
Gestern war Donnerstag, das heißt großes Abendessen für die Armen. Auf dem Speiseplan stand diesmal Hühnchenkeule mit Soße, Reis, Mais, Broccoli, Knoblauchbrot, Salat und zum Nachtisch diverse Kuchen. Kevin hat sich dann auch dran gemacht, die Keulen zu marinieren und in den Ofen zu stopfen, während wir den Mais aus den 3,5 Kilo-Dosen geholt haben und Salat geschnitten haben. Gegen Viertel nach zwei haben wir dann gemütlich unsere Mittagspause eingeläutet, aber entsprechend ungemütlich wurde sie dann wieder ausgeläutet, im wahrsten Sinne des Wortes. 15:30 Uhr, vereinbartes Ende der Mittagspause, ich mache mich auf, um in die Küche zu gehen. Doch plötzlich schrillstes Pfeifen, Blitzlichtgewitter: Feueralarm!
Erster Gedanke: Sehr lustig, uns auf diese Art in die Küche zu rufen. Zweiter Gedanke: Diese Methode wäre blödsinnig, wie will der Kevin den Alarm denn wieder ausschalten, der Kasten dafür ist weit weg von der Küche. Dritter Gedanke: Mist, ich hab ja das Reiswasser vor der Mittagspause aufgesetzt. Das kann ja lustig werden. Vierter Gedanke: Blödsinn, wieso sollte Wasser einen Feueralarm auslösen. Gedanken hin oder her, ich bin aus meinem Zimmer, runter in den Flur zum Alarmkasten. Markus war schon dabei, den Alarm auszustellen. Das Display sagte aber unmissverständlich "Kitchen". Also Marsch in die Küche. Unten angekommen sah ich Kevin, Peter und Stan (Aushilfe für diesen Tag) um eine Aluminiumschale auf dem Boden knien, der Boden war voller fettiger Soße und Hähnchenkeulen. Was war passiert? Kevin hatte die Schalen bis zum Rand mit Hühnchen und Soße gefüllt und in den Ofen gesteckt, im Laufe des Garvorganges tropfte dann immer mehr Fett auf den heißen Ofenboden und begann zu brennen. Die Flammen sollen stark aus dem Ofen geschlagen haben. Kevin meinte, er wäre drauf und dran gewesen, die Löschanlage zu betätigen, er hat sich dann aber doch für Ofen öffnen und Schalen blitzschnell rausziehen entschieden. Dieser Aktion ist zu verdanken, dass das Hühnchen mitsamt Soße Schlittschuh auf dem Küchenboden fuhr, aber trotzdem viele Hähnchenkeulen gerettet werden konnten und nicht in einem Schwall Löschschaum ungenießbar wurden. Immerhin etwas...
Sarnelli House
eingetragen am Samstag, den 14. Oktober 2006 um 11:51 Uhr
Italien market ...
eingetragen am Freitag, den 29. September 2006 um 19:48 Uhr
... oder: ein ganz normaler Donnerstag.
Das Ganze ist eine kleine Bildergeschichte, auf der allerdings einer fehlt, der nicht fehler darf, nämlich Paul Giordano, der gute Geist des Markts. Paul besitzt einen mittelgroßen Fleisch- und Gemüsehandel und hat in seinem Leben so einiges an Geld verdient. So kommen wir jeden Donnerstag zum Einkaufen dahin und gehen mit vollen Händen UND vollem Portemonaie zurück zum Auto, denn Paul nimmt kein Geld von uns wegen der guten Sache. Im Gegenteil, er wird uns demnächst auch mal zum Essen einladen. Dort "kaufen" wir dann mal so eben 20 Pfund Hühnchen, 3 Dutzend Eier, eine Kiste rote Paprika usw. für lau, nix, niente, nothing. Unglaublich, aber wahr.
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